Buchenwald: Erinnerung und Mahnung
Der Landesverband der Jusos Thüringen führte vom 26. bis 28.03.2010 gemeinsam mit den Jusos Rheinland-Pfalz und Sachsen sein diesjähriges Buchenwald-Seminar durch. Die Teilnehmer wurden in drei Rundgängen durch das ehem. nationalsozialistische KZ sowie das ehem. sowj. Speziallager 2 geführt, die allen wieder bewusst machten, wie wichtig die Verteidigung der Menschenrechte und der Demokratie sind. Von unserem Kreisverband nahmen die stellv. Vorsitzende Saskia Scheler und der Stellv. Landesvorsitzende Sven Scheerle daran teil.
Obwohl allen Anwesenden die Gräueltaten der Nazis bekannt waren, zeigten sie sich dennoch stark betroffen von den begangenen Verbrechen. „Es ist ein beklemmendes Gefühl“, so Saskia Scheler, „das Krematorium und Genickschussanlagen zu sehen. Man fragt sich dann, was dazu führt, dass Menschen anderen, ihnen unbekannten Menschen so etwas antun.“
Innerhalb der Gruppe herrschte eine Mischung aus Trauer und Anteilnahme für die Opfer sowie Abscheu gegenüber den Tätern. Dazu Sven Scheerle: „Diese Leute führten ein ganz abgehobenes Leben, wohnten in Villen in der wenige hundert Meter entfernten „SS-Führersiedlung“. Dort spielten sie mit ihren Kindern und gingen dann zu ihrer „Arbeit“, die darin bestand, andere Menschen zu töten.“
Als Rückschlüsse für die aktuelle Politik nehmen die Jusos mit, den Rechtsextremismus überall zu bekämpfen, wo er auftritt. Deshalb sagen beide: „Dieser Ort mahnt uns, wozu Hass führt, der sich auf alle anderen richtet, die „anders“ sind. Diejenigen, die aus einer anderen Nation stammen, einen anderen Glauben, eine andere politische Einstellung, eine andere sexuelle Neigung oder eine eine andere Hautfarbe haben. Für uns ist klar: die heutigen Nazis, die nichts aus der Geschichte gelernt haben, die stattdessen die damaligen Opfer noch verhöhnen, die selbst Ausländer und Andersdenkende zusammenschlagen wie ihre Vorgänger, dürfen nie wieder die Oberhand gewinnen! Wer denkt, diejenigen lösen all unsere Probleme, der sollte einmal Buchenwald oder ein anderes KZ besuchen, und erkennen, wie deren „Problemlösung“ aussieht.
Jusos fordern Nord-Ost-Tangente voranzubringen
Die Jusos Schmalkalden-Meiningen-Suhl möchten in der Diskussion um das in der Stadt Meiningen auf dem Prüfstand stehende Bauprojekt einer bahnparallelen Durchgangsstraße zur Gelassenheit mahnen. Gleichwohl nehme man die Bedenken der Anwohner der Meininger Oststadt sehr ernst und bewerte die sogenannte Bahnparallele äußerst kritisch, so der Juso-Kreisvorsitzende Stephan Danz.
„Stattdessen sollte man alle Anstrengungen darauf verwenden, dass der zweite Teil der Nord-Ost-Tangente gebaut wird,“ so Danz weiter, „Damit würde sich die Bahnparallele wahrscheinlich von selbst erledigen.“ Außerdem schlage man so zwei weitere Fliegen mit einer Klappe. Neben der Innenstadt würde dann auch die Toom-Markt-Kreuzung und vor allem Helba entlastet. Ebenso werde eine schnellere Verbindung aus dem für die Südthüringer Wirtschaft sehr wichtigen Bereich um Schmalkalden zur A 71 Richtung Süden geschaffen.
Sven Scheerle, Stellvertretender Juso-Landesvorsitzender und im Kreisverband zuständig für den Themenbereich Infrastruktur, mahnt mit Hinblick auf die neu entstandene Bürgerinitiative zur Ruhe: „Angesichts der Tatsache, dass dieses Gesamtkonzept schon seit 1994 besteht, braucht sich wohl kein Mensch darüber Sorgen zu machen, dass dieses Projekt in nächster Zukunft verwirklicht wird. Außerdem werden die Kosten gegenüber dem Nutzen in keinem Verhältnis stehen. Es müssten für die Trasse selbst Häuser abgerissen und auch im Umfeld dieser neue Knotenpunkte geschaffen werden; die die Innenstadt, die Landsberger Straße und die westlichen Stadtteile an diese Umgehung anbinden.“ Andere Infrastrukturprojekte, die für die Region eine größere Wirkung entfalten, wie beispielsweise der zügige Ausbau der B 19 sowie der B 87n, müssen vorrangig vorangetrieben werden.

