Freies Wort Suhl und Zella-Mehlis vom 01.08.2008

Politik | Ein Mentoringprogramm für junge, politisch engagierte Frauen führt Iris Gleicke und eine Suhler Studentin zusammen.
Ein wenig Starthilfe zum gegenseitigen Nutzen
Suhl – Mit einer Bundestagsabgeordneten am Tisch sitzen und diskutieren und Einblicke in Entscheidungen und Mechanismen der Politik nehmen – all das wird für Judith Csutorka aus Suhl im nächsten Jahr vielleicht noch nicht alltäglich sein, aber doch dazugehören: Ein Pilotprojekt, das engagierte junge Frauen an die Politik heranführen soll, ist im Juni des Jahres thüringenweit gestartet und Judith Csutorka nimmt daran teil und wird dabei von der Bundestagsabgeordneten Iris Gleicke (SPD) betreut, Gleicke ist ihr Mentor. Neudeutsch: Judith Csutorka nimmt an einem Mentoringprogramm teil. Entstanden ist die Idee aus einer Zusammenarbeit der Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen (ASF) und Jungsozialisten (Jusos), beides SPD-nahe Organisationen.
Obwohl Mentoring ursprünglich bedeutet, dass eine erfahrene Person ihr Wissen an einen Schützling, den so genannten Mentee, weitergibt, soll es ein gegenseitiges Geben und Nehmen werden bei Gleicke und Judith Csutorka. Auch für erfahrene Politikerinnen sei der Austausch mit den jungen Menschen hilfreich, sagt Iris Gleicke. Die Jugend habe oft andere Sichtweisen auf aktuelle Probleme, die den Blick über den eigenen Tellerrand hinausheben würden. Wirklich neu ist der Kontakt zu den Bundes-und Landespolitikern für die 25-jährige Judith Csutorka nicht, denn sie engagiert sich nun schon seit sechs Jahren bei den Jusos und ist dort stellvertretende Landesvorsitzende. Sie hat das Projekt mitinitiiert. „Es geht darum, dass junge, politisch aktive Frauen ein Jahr lang eine Art Mentorin an ihrer Seite haben“, wird Judith Csutorka konkreter. Plenarsitzungen miterleben, Schulungen machen, politische Fragen klären – es soll ein umfassender Blick hinter die Kulissen der Politik geboten werden. Auch Kontakte sollen geknüpft, kleine Netzwerke gebildet werden, die den Einsteigerinnen mehr Sicherheit geben. Denn Politik sei nach wie vor von Männern dominiert, sind sich Iris Gleicke und Judith Csutorka einig. Gerade junge Frauen ließen sich schnell einschüchtern, müssen lernen, sich durchzusetzen. Aus eigener Erfahrung wisse sie, so Gleicke, dass man es als Einsteiger immer recht schwer habe. Um das nötige Selbstbewusstsein des weiblichen politischen Nachwuchses zu stärken, sind unter anderem Kurse zur Verbesserung der Rhetorik geplant.
„Die Demokratie lebt vom Mitmachen“, begründet die SPD-Abgeordnete ihr Engagement für das Projekt. Und weiter: „Auch junge Leute sollen sich einmischen.“ Dabei sei das Projekt zwar von ASF und Jusos geplant worden, aber auch parteiungebundene Interessentinnen könnten sich anschließen. Ein vergleichbares Projekt führte die SPD schon 2006 bundesweit durch. Auch bei den Grünen gibt es ähnliche Mentoringprogramme. Iris Gleicke will zusammen mit einer Kollegin, im nächsten Jahr thüringenweit insgesamt zehn junge Mentees in die Politik einführen. „Den größten Teil von uns machen Studentinnen aus, die zwischen 18 und 25 Jahre alt sind“, so Judith Csutorka.
In den Suhler Stadtrat?
Zur Zeit studiert sie Sozialkunde und Geschichte auf Lehramt an der Universität Jena. Nächstes Jahr möchte sie ihr Studium abschließen, nach Suhl zurückkehren und dann für den Stadtrat kandidieren. Sie und Gleicke sind der Auffassung, dass gerade jungen Leuten das Gefühl genommen werden müsse, dass die Politik unerreichbar sei. Der Einfluss des Einzelnen sei größer als nur einmal in vier Jahren zur Wahl zu gehen, so die 25-Jährige, obwohl auch das wichtig sei, den Menschen ihre Stimme bewusst machen. Sie wolle aber einen Schritt weiter gehen, und sich aktiv für die Stadt einsetzen. peg
Freies Wort und STZ Schmalkalden vom 23.07.2008
Unterschriften für mehr Demokratie gesammelt
Schmalkalden/Suhl – „Mehr Demokratie wagen“ – Diesem Satz von Willy Brandt fühlen sich auch die Jusos SMS (Schmalkalden-Meiningen-Suhl) verpflichtet. So machten sich Jens Kürschner und Sven Scheerle auf, dieses „Mehr“ auf Städte- und Gemeindeebene auch einzufordern, und unterstützten das Volksbegehren für mehr Demokratie bei der Unterschriftensammlung in der vergangenen Woche in Suhl. Dabei wurden die Jusos im Gespräch mit Passanten auch mit einem allgemeinen Problem konfrontiert: „Die Politikverdrossenheit ist sehr groß,“ stellte Jens Kürschner, Beisitzer im Kreisvorstand, fest. „Die Leute kommen und sagen, gegen ,die da oben’ könne man ja gar nichts machen.“
Andererseits hätten auch Jugendliche unterschrieben, die sich sonst nicht für Politik interessieren. „So etwas hört man gerne!“ kommentierte Sven Scheerle, der stellvertretende Kreisvorsitzende der Jusos. Insgesamt wurden an diesem Tag in Suhl noch einmal 1300 Unterschriften gesammelt. Die Sammelaktion ist seit dem Wochenende beendet. red
Freies Wort Suhl und Zella-Mehlis vom 16.07.2008
Arbeitstreffen | Gemeinsame Projekte geplant
Jusos streben engereKooperation an
Meiningen/Suhl – Die Kreisverbände der SPD-Jugendorganisation Jusos Schmalkalden-Meiningen-Suhl und des Wartburgkreises sowie der Stadt Eisenach wollen künftig enger zusammenarbeiten. Die Weichen dazu wurden auf einem Treffen der Jusos kürzlich in Eisenach gestellt. In der dortigen Gedenkstätte „Goldener Löwe“, wo 1869 unter Führung von August Bebel und Wilhelm Liebknecht der Gründungskongress der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei (SDAP), einer Vorläuferpartei der SPD, stattfand, habe man einen Hauch dieser Aufbruchstimmung von einst gespürt, so der stellvertretende Vorsitzende der Jusos Schmalkalden-Meiningen-Suhl, Sven Scheerle.
„Gerade in der heutigen Zeit ist es wichtig, dass wir uns um die jungen Leute kümmern“ so Scheerle. Die Jusos Schmalkalden-Meiningen-Suhl, oder kurz Jusos SMS, die sich erst im vergangenen Dezember neugegründet hatten, mischten sich schon aktiv in die Politik ein. So kooperierten sie bereits mit dem Stadtjugendring Suhl und strebten auch eine Zusammenarbeit mit dem Kreisjugendring Schmalkalden-Meiningen an.
Ebenso beteilige man sich an der Erarbeitung von Konzepten zur wirtschaftlichen und kulturellen Entwicklung des Thüringer Südwestens. Hierzu sagt der Vorsitzende Stephan Danz: „Der Landkreis Schmalkalden-Meiningen und die Stadt Suhl liegen in einem der schönsten Teile des Freistaates. Diese Tatsache sollte noch mehr Beachtung finden, so durch eine bessere Kooperation, zum Beispiel im touristischen Bereich.“
So sei der nördliche Bereich des Landkreises wirtschaftlich mit dem Süden des Wartburgkreises verbunden. Den Bereich um Bad Salzungen und Schmalkalden könne man als einen Wirtschaftsraum betrachten. Dies sollte beachtet werden, so Meinung aller Beteiligten.
„Eine Kooperation mit den Jusos Schmalkalden-Meiningen-Suhl ermöglicht es, die Synergie innerhalb der Juso-Kreisverbände im Südwesten Thüringens zu fördern. Wir freuen uns auf gemeinsame Projekte“, sagte Holger Schäfer, der Kreisvorsitzende der Jusos Eisenach/Wartburgkreis. red

